Im Jahr 2018 ist es wieder so weit!
HALLENTRIAL

Ein überaus spannender Blockbuster

Die Profis liefern sich ein Kopf an Kopf Finale / Kammel wird Deutscher Hallentrial Meister

26 Mal Spannung, 26 Mal Motorenlärm, 26 Mal spannende Zweikämpfe und erneut eine Hollywoodreife Show. Wieder einmal bekleckert sich der Motorsportclub Brake mit Ruhm und Lobeshymnen, zugetragen von Zuschauern und Fahrern.
Die Pforten der Seidensticker Halle öffneten sich pünktlich um 13 Uhr und der motorsportbegeisterte Mopp strömte auf die in diesem Jahr erstmals nummerierten und reservierten Plätze.
Nachdem Die Fahrradtrialer des Vereins im Vorprogramm mit Akrobatik und Leichtfüßigkeit die Halle anheizten, kündigte pünktlich um 14.13 Uhr Hallensprecher Uwe Kelber das Staraufgebot an Fahrern an. Auch die diesjährigen Punkterichter Matthias Süß (deutscher Meister im Classic-Trial) und Carsten „Carl“ Stranghöner (11maliger deutscher Motorrad Trialmeister) fuhren auf Ihren Sportgeräten in das nachgebaute Filmmekka ein. Der Veranstaltungsgrundstein war gelegt!
Die Qualifikation stand nun als nächstes auf dem Regieplan. Jeweils Zwei Fahrer begannen in der ADAC Parallelsektion die Startreihenfolge in einem Kopf an Kopf Rennen untereinander auszufahren. Das einzige Hindernis auf dem 2 Fahrer gegeneinander antreten, sah auf den ersten Blick relativ einfach aus. Der „Walk of Fame“ barg allerdings mit seinen 60cm erhabenen Sternen, wie unter anderem ein Sturz von Jugend Europameister Franzi Kadlec deutlich machte einige Tücken! Kammel hatte eine harte Nuss zu knacken, denn es ging für das Geburtstagskind gegen den amtierenden Europameister Eddie Karlsson. Mit Kadlec`s vorangegangenem Sturz vor Augen setzte der Lokalmatador auf Sicherheit und riskierte statt einer Fünf nur einen Fehlerpunkt!
Nun ging es jeweils für den Verlierer des Duells auf den roten Teppich der Sparkasse! In einem Balance Akt mussten Fahrer und Maschine über vier schmale Schwebebalken balancieren und dabei das Befahren, geschweige denn das Betreten des Bodens tunlichst vermeiden! Nachdem Junklewitz gegen Tarres in der Parallelsektion den Kürzeren zog, war der amtierende deutsche Meister derjenige, der die Schwebebalken bezwingen musste! Vorweg: Der Stuntman von Colt Sievers hätte alt ausgesehen gegen das „Überkoppgehen“ des Engeraners. Gott sei Dank ist dem Elektrotechnik Studenten des DMSC Bielefeld nichts passiert und Jan konnte seine Runde fortsetzen!
Im weiteren Verlauf des Fahrerfeldes wurde es immer professioneller. Die Berufsfahrer machten Ihrem Namen alle Ehre und ein jeder Zuschauer sah bereits während der „Hinterradeinlage“ des Pol Tarres in der ersten Sektion die etwas andere Liga.
Im Verlauf der Qualifikation gab es bereits einige Knackpunkte für Mensch und Motorrad. Eingangs ging es für Kammel und Konsorten durch die aus überdimensionalen Filmrollen und Kameras gebildete Backstage-Kulisse Nummer drei. Ausschließlich die gegenwärtige Nummer Eins in der Hallentrial-Wertung Mirco und sein Verfolger Kadlec leisteten es sich, die Füße auf den rettenden Boden zu nehmen. Die sechs Anderen standen fest in Ihren Rasten.
Als die Klappe in der Traumfabrik der Filmindustrie fiel und die Fahrtleitung die Universal Filmstudio Sektion zur Einfahrt frei gab, patzten prompt die ersten beiden Kandidaten. Die schrägt aufgestellten Holzkisten waren für den österreichischen Staatsmeister Jonas Widschwendter und den Beta Piloten Franzi Kadlec ein Stück harte Arbeit und ließen den deutschen Nachwuchsfahrer nur mit Mühe, sowie seinen shercofahrenden Mitstreiter gar nicht die Ausfahrt passieren. Gleiches Hindernis, gleiches Prozedere: wo selbst der Bielefelder Seriensieger aus 2009/ 10/ 11/ 12 (Michael Brown) scheiterte, fuhren Karlsson, Ferrer und Tarres eine >Null<. Für die Einen im Jahre 1912 der Untergang, für sechs Fahrer am 23. Februar 2014 der Aufgang: die Filmkulissen der Firma Markötter. Schmale Fahrspuren über die Nase des weißen Haies sowie die hohen Aufstiege auf die Rümpfe von Titanic und Apollo 13 schaffte ein Großteil der „Qualifikateure“ fehlerfrei. Eine nicht zwingend, beziehungsweise eher risikoreiche Showeinlage brachte den langen Spanier Tarres schnell in die Herzen des Publikums. Das Einlenken in eine, den Fahrern freigestellte aber deutlich schwierigere Fahrspur entlohnte den Sherco Piloten mit überschwänglichem Jubel und „Klatscherei“! In mitten der großen weißen „HOLLYWOOD“ Buchstaben erwischte die Tücke den Schweden Karlsson sowie dem Sherco Fahrer Jonas Widschwendter. Beide verließen die Packpoint Sektion frühzeitig und öffneten die volle Hand bei Punkterichter Stranghöner und Süß! Der siebte und gleichzeitig letzte „Brocken“ auf dem Weg zum Finale war die Herforder Pils Bergsektion. Auf dem Weg Richtung Gipfel des San Antonio waren große Stolperfallen in Form von Baumstämmen und Findlingen eingebaut, die alleinig von den anschließenden Finalisten mit >Null< gefahren wurden! Verdient im Finale, zogen Karlsson, Tarres, Ferrer und Brown die circa 2300 Zuschauer auf den Rängen der Seidensticker Halle in Ihren Bann. „Es ist eine klasse Veranstaltung, allerdings wird das Finale ein verdammt schweres werden“ so der große Spanier Pol Tarres! Das aus dem Munde eines Athleten, der in den großen Hallen Spaniens und Frankreichs in der Indoortrial-Zeit zu Hause ist!!! Es zeigt, dass wie auch letztes Jahr die Baukünste des Motorsportclub Brake unter der Leitung von Sportleiter und „Architekt“ Tobias >Peppi< Stranghöner einzigartig gut sind! Des Weiteren bestätigt das bis zur letzten Finalsektion offene Ergebnis, einen durchweg gelungenen und angemessenen Schwierigkeitsgrad. Einzig der sympathische Schwede Karlsson mit seiner 4takt Montesa Honda war am Ende der Veranstaltung etwas abgeschlagen auf dem vierten Platz zu finden. Da Tarres, Ferrer und Brown in Ingolstadt nicht am Start waren, blieb ein Pokal in Deutschland! Mirco Kammel machte sich mit dem Titel des deutschen Hallentrial Meisters ein geniales Geschenk zum Geburtstag, freute sich des Weiteren aber auch auf seine neue 300ccm Jotagas, welche er beim 26. Hallentrial in Bielefeld in Empfang nehmen konnte! Auf dem Podest ging es nach dem Einspielen der spanischen Nationalhymne wieder einmal wild „zugange“! Im Schampus Regen feierten die begeisterten Fans Ihre Sieger, die, wie Sie sagen „sehr gerne wieder kommen würden“! Um 22 Uhr war die Halle dank der vielen freiwilligen Helfer wieder besenrein und die Hindernisse schon auf dem Weg in Richtung Brake. Wir werden sehen, was die Jungs sich als nächstes Motto einfallen lassen!? >Dieses war auf jeden Fall ein Kino-reifer Krimi ohne Tote oder Verletzte!

Kommentar schreiben

Kommentar